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Loire, Locmariaquer, Morbihan, Auray, St.Anne d’Auray, Carnac, Quiberon, Paimpont, Le Pouldu, Pont Aven, Rochefort-en-Terre, Vannes. |
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FR 29.9.06. Morgens regnet es, der Himmel ist grau. Am späten Vormittag fahren wir nach Vannes, an dem wir bis jetzt immer nur vorbeigefahren waren. Im Reiseführer steht: „Vannes ist nicht nur eine der schönsten bretonischen Städte, sondern auch eine der lebhaftesten und aufgeschlossensten…“ Sie ist Hauptstadt des Départements Morbihan, seit den Zeiten der Römer wichtiger Verkehrsknotenpunkt, außerdem Industrie- und Handelszentrum. Doch soll die Altstadt sich kaum verändert haben. Auf der endlos langen Fahrt über die Einfallstraße kommen wir am Universitätsgelände vorbei und an ausgedehnten Wohnsiedlungen. Wir parken am Hafen, der wie ein langer, schmaler Schlauch bis zur Place Gambetta in die Stadt hinein führt. Die von der Stadt entferntere Seite des Parkplatzes ist kostenlos und voll, die andere kostenpflichtig und leer. So promenieren wir an einem klirrenden Mastenwald vorbei, der zu Segel- und Motoryachten aller Größen und Preisklassen gehört, in Richtung Stadt. Durch die Porte de St. Vincent, ein wuchtiges Tor im Halbrund der Fassaden, die die Place Gambetta bilden, gelangen wir in die Gässchen der Altstadt. Glatt verputzte Fassaden wechseln sich ab mit regel- oder unregelmäßigen Granit- und Fachwerkfassaden. Das bunte Fachwerk ist schön restauriert. Die oberen Stockwerke sind bewohnt. Im Erdgeschoß befinden sich hauptsächlich Boutiquen und Bistros. Auf den schmalen Balkonen mit schmiedeeisernen Brüstungen stehen Grünpflanzen und manchmal hängt Wäsche zum Trocknen. Wir schlendern durch die Gassen, die durchweg Fußgängerzonen sind und suchen nach einer preiswerten Futterstelle. Doch erst mal gelangen wir zur Place des Lices und schließlich über die Place Laroche zur Kathedrale St. Pierre, deren Portal weit aufgesperrt ist. Das Stilgemisch von Romanik bis Neugotik, auch das riesige Kirchenschiff, auf dem zwei monumentale Türme ruhen, all das sagt uns nichts. Lediglich eine Figur aus blassem, bemalten Stein, die einen bäuerlich gekleideten Mann darstellt, der eine Sichel trägt, mit der er Ähren geschnitten hat, vermag uns zu beeindrucken. In einer kreisrunden Seitenkapelle ruhen die Gebeine des spanischen Dominikaner-Paters Vinzenz Ferrer, der Anfang des 15. Jahrhunderts in Vannes gestorben war. Phillip II hatte den begnadeten Redner auf Tour quer durch Europa geschickt, um „den gottlosen Pöbel“ auf Vordermann zu bringen, das heißt, sich der Autorität von Thron und Altar wieder bedingungslos zu unterwerfen. Auf dieser Reise war Ferrer auch in die Bretagne gekommen, wo er allein in Vannes 24 Tage lang gepredigt haben soll. Nach einer Rhetoriktour durch die bretonischen Pfarren und Bistümer, war er zwei Jahre später in Vannes vor Erschöpfung gestorben. Augenblicklich beginnt ein Hauen und Stechen um seine Knochen. Phillip II will sie, aber der Bischof von Vannes will sie nicht hergeben. Fast 40 Jahre lang versuchen vom spanischen König gedungene Diebe die von den gewitzten Vanner Klerikern versteckten Gebeine aufzuspüren und in die spanische Heimat zurückzuführen. Doch ohne Erfolg... Als wir die Kathedrale verlassen, hat es aufgehört zu regnen, die Sonne kommt durch, und wir beschließen, auf einen Besuch im archäologischen Museum zu verzichten. Etwas abseits des touristischen Trampelpfads kommen wir an einer Markthalle neuerer Bauart vorbei. Die meisten Stände haben wegen Ferien immer noch geschlossen. Doch an einem steht eine junge Frau und backt leckere Crêpes und Gallettes. Wir holen uns zwei wagenradgroße Gallettes fromage, das Stück für einen(!) Euro. Später sitzen wir auf der Terrasse eines Bistros in einem schmalen Gässchen der Altstadt und trinken einen Grand und Petit Crème für 4 Euro. An den Nebentischen französische Rentner, die sich benehmen wie 16-Jährige auf Klassenfahrt. Am anderen Tisch junge Leute, wahrscheinlich Studenten, deren Stammkneipe das hier zu sein scheint, denn der Wirt begrüßt sie mit Handschlag und einem Redeschwall. Kurz darauf rennt er mit zwei vollen Rotweingläsern in der Hand gegen eine geschlossene Glastür und entschuldigt sich verlegen grinsend, die wäre sonst immer offen… Ein Regenschauer prasselt auf die Markise nieder und man muß näher zusammen rücken. Als ich zur Toilette gehe, sehe ich, dass überall alte Radiogeräte aus den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts stehen. Gern würde ich eines einschalten um zu sehen wie das magische grüne Auge aufleuchtet… Zurück auf Nr. 56, scheint die Sonne. Wir hatten 10 Minuten am Hafen im Auto gesessen und gewartet, dass der UTILE aufmachte, wo wir tiefgefrorenen Lachs fürs Abendessen kauften. Der Wind kommt zur Abwechslung mal aus Westen, es ist kühler geworden, Sonne und Regenschauer wechseln sich ab. Nachdem wir die Katze mit den Lachsresten gefüttert haben, schleicht sie, als wir um kurz nach 10 schlafen gehen, immer noch um die Hecke, wo ich das Zeug hingeschmissen hatte. |
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| © Klaus Bölling, Frankfurt 2006 | ||||||||||||||||||||||||
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