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Loire, Locmariaquer, Morbihan, Auray, St.Anne d’Auray, Carnac, Quiberon, Paimpont, Le Pouldu, Pont Aven, Rochefort-en-Terre, Vannes. |
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SO 1.10.06. RR: Nachts um Zwei werde ich wach, es stürmt und die eine Seite des Mini-Vorzeltes flattert, da sich die Strippe vom Hering losgerissen hat. Weil ich Angst habe, dass der sich bereits öffnende Reißverschluss kaputt geht aber keine Lust habe, allein unser Häuschen zu befestigen, wecke ich KB. Nachdem wir alles mit Sturmheringen gesichert haben und sturmzerzaust wieder in der Koje liegen, schaue ich noch kurz ins Vorzelt - direkt in die Augen der dort sitzenden Katze. Als wir aufstehen, ist es immer noch sehr windig. Wir frühstücken zu dritt Croissants, bauen ab und packen, während die Katze ganz außer sich ist, dass wir sie verlassen wollen. Als wir fertig sind, setzt sie sich unters Auto und kommt auch nicht hervor, als ich den Motor starte. Erst als ich das Auto vorsichtig ein paar Zentimeter vor fahre, kommt sie hervor und miaut uns traurig hinterher. An der Rezeption erfahren wir, dass das Kätzchen niemandem gehört und wild auf dem Platz lebt. KB: Um 10 Uhr brechen wir auf. Wir haben 15 Grad. Es ist ziemlich windig. Da wir beschlossen haben, für die Rückfahrt die Route nördlich an Paris vorbei zu nehmen, ist unser heutiges Tagesziel die Umgebung von Rouen, weil es dort laut Karte einen ganzjährig geöffneten Campingplatz gibt. So spät im Jahr waren wir bis jetzt noch nicht mit dem Zelt unterwegs gewesen, und wissen daher nicht so genau, was uns erwartet. Wir gehen aber davon aus, dass die meisten Zeltplätze geschlossen sind. Nachdem wir über Rennes, Laval, Mayenne, Alençon die gastfreundliche Bretagne verlassen haben, fahren wir unterwegs probehalber 3 Campingplätze an, weil sie am Weg liegen. Alle drei haben entweder schon seit dem 15. oder seit heute geschlossen. In der Nähe von Brionne, ein paar Kilometer südlich von Rouen, finden wir nach längerem Herumirren auf kleinsten Straßen endlich bei Le Gros Theil, einem winzigen Nest, den Camping, der ganzjährig geöffnet ist. Der hat vier Sterne (wir meinen, das sind zwei zuviel), kostet 16 Euro pro Nacht und ist eine der hässlichsten Ferienvollzugsanstalten, die wir jemals gesehen haben. Trotzdem sind wir froh, dass wir etwas haben, wo wir übernachten können. Ein Hotelzimmer würde teurer werden. An der Stelle, wo wir unser Zelt aufbauen dürfen, ist der Boden zwar mit Gras bewachsen, doch darunter scheint massiver Beton zu sein. Es ist harte, schweißtreibende Arbeit, die Heringe in den Boden zu kriegen. Zumal ein fast Sturmstärke erreichender Westwind beim Aufbau nicht gerade behilflich ist. Als unser Schlafzimmer endlich steht, sind wir ziemlich erledigt. Das Restaurant auf dem Platz hat natürlich geschlossen, also machen wir uns Nudeln mit Hackfleisch aus der Dose warm und sind erstaunt und erfreut, wie gut das schmeckt. Nach dem Essen inspizieren wir den Sanitärbereich, wo ein dreisprachiges Schild unsere Heiterkeit erregt, denn es übersetzt Sanitaire mit Sanitätsbereich, was gewollt oder ungewollt Assoziationen hervorruft, die nicht so viel mit Campen als Freizeitbeschäftigung, dafür um so mehr mit unfreiwilligem Lageraufenthalt im ehemaligen Herrschaftsbereich der deutschen Wehrmacht zu tun haben… Im übrigen sind die Klos und Waschräume für Frauen schon verrammelt, ebenso das Schwimmbad. Der Platz liegt auf der ausgedehnten Lichtung eines trostlosen Waldes, an dessen Rand frisch geschlagene Bäume wild durcheinander liegen und ist fast völlig mit fest installierten Caravans bzw. mit Hütten aus Holz oder Wellblech zugestellt. Ungläubig staunend darüber, dass man Menschen so etwas zumutet und sie auch noch teuer dafür bezahlen läßt, machen wir eine Runde durch diese Vorhölle, wo hinter den Jägerzäunen der gepflegten Vorgärtchen das dümmliche Grinsen von Gartenzwergen lauert. Um halb acht haben wir 16 Grad. Wir gehen früh schlafen. |
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| © Klaus Bölling, Frankfurt 2006 | ||||||||||||||||||||||||
| Unsere Linkempfehlung: Reisespinne | ||||||||||||||||||||||||
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