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Loire, Locmariaquer, Morbihan, Auray, St.Anne d’Auray, Carnac, Quiberon, Paimpont, Le Pouldu, Pont Aven, Rochefort-en-Terre, Vannes. |
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Mo 2.10.06. Nach etlichen Umwegen finden wir am frühen Vormittag schließlich zurück zur N 138. Wir umfahren Rouen auf der Autobahn und überqueren die Seine, die hier schon mächtig breit dem Ozean entgegenströmt. Die Beschilderung ist so, dass wir problemlos die N 31 finden, die über Reims und Verdun auf die N 3 nach Saarbrücken führt. Nachdem wir aus dem LKW-Gewühl um Rouen heraus sind und das platte Land erreicht haben, halten wir vor einer Trucker-Kneipe am Straßenrand und frühstücken Croissants und Kaffee. Einige ziemlich heftig tätowierte Fernfahrer sitzen schon beim Mittagessen und schütten sich gläserweise Rotwein in den Hals. Hinter Beauvais mit seiner riesigen Kathedrale, die wir uns ein andermal ansehen werden, und nachdem wir den Wald von Compiègne, der heute kein Ende nehmen will, durchfahren haben, biegen wir bei Soissons auf die N 2 nach Norden ab. Kurz vor Laon fahren wir auf der N 44 wieder zurück in Richtung Reims, weil ca. 20 Kilometer nördlich der Stadt im Autoatlas ein ganzjährig geöffneter Campingplatz eingezeichnet ist. Die Landschaft ist flach und gewellt und wirkt sehr verlassen unter dem riesigen Himmel. Wir sind müde und hungrig und nicht mehr sehr optimistisch. Außerdem beginnt es zu regnen. Bei Menneville im Tal der Aisne stehen wir schließlich vor den geschlossenen Toren des Camping Municipal und müssen uns eingestehen, dass der Umweg über Laon umsonst war. Wir essen ein wabbliges Croissant aus unserer eisernen Ration und beschließen, noch so weit in Richtung Verdun weiter zu fahren, wie RR noch am Steuer sitzen kann. Aber erst mal müssen wir durch Reims hindurch, und das ist, wie beim letzten Mal, ein Alptraum. Die Beschilderung ist absolut verwirrend und unzureichend. Nachdem wir auf den prächtigen Straßen des Zentrums zweimal die Kathedrale umrundet haben, fahren wir auf gut Glück in die Richtung, die wir für die richtige halten. Schließlich kommen wir über Nebenstraßen, die überhaupt keine Beschilderung mehr haben, am südlichen Stadtrand bei der großen Champagnerkellerei heraus und wissen plötzlich, dass wir richtig sind. Hier waren wir vor Jahren schon einmal herum geirrt. Nach ein paar Kilometern müsste die Départementstrasse nach Verdun abgehen. Und so ist es auch. Die Straße führt fast schnurgerade durch die regenfeuchte Trostlosigkeit der nördlichen Champagne nach St. Ménéhoulde am Fuß des Argonner Waldes, wo es, wie wir wissen, ein oder zwei kleine Hotels gibt. Diese knapp 50 Kilometer müssen wir noch durchhalten. Es dämmert schon, als wir St. Ménou, so, das erfahren wir später, nennen die Einheimischen den Ort, erreichen und vor dem „Hotel L’Argonnais“ parken. Im Erdgeschoß ist ein kleines, ländliches Bistro, in dem ein paar Einheimische sitzen und uns neugierig betrachten. Der Wirt ist freundlich und sieht aus wie der alte Jean Gabin. Das Zimmer ist sauber, hat ein bequemes Bett und kostet mit Frühstück 51 Euro. Der Zimmerschlüssel ist eine Magnetkarte, deren Zahlencode, wie uns der Wirt versichert, täglich wechselt. Nachdem wir im strömenden Regen unsere paar Klamotten vom Auto ins Zimmer gebracht haben, macht sich der Hunger wieder bemerkbar. Außer einem Croissant in der Trucker-Kneipe und einem vorhin im Auto hatten wir heute kaum etwas gegessen. Das Hotel macht leider kein Essen, doch die Wirtsleute sagen uns, dass es zwei oder drei Restaurants an der Hauptstraße gibt. Das erste, ein Chinaladen hat geschlossen. Direkt daneben bietet ein Bistro ein Tagesmenu an. Ein paar Schritte weiter auf der Hauptstraße kommen wir an einem Kebab-Imbiß vorbei. Doch da haben wir noch Hoffnung und gehen weiter. Das nächste ist ein Spezialitäten-Metzger mit angeschlossenem Restaurant, das aber geschlossen hat. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Hotelrestaurant, das zwar geöffnet hat aber so leer ist, dass uns unwohl bei der Vorstellung ist, irgendeinen Kellner bei seinem Nickerchen zu stören. Die Preise tun ein übriges, uns in die Flucht zu schlagen. Wir landen also wieder bei dem ersten Bistro mit dem angekündigten Tagesmenu. Doch es stellt sich heraus, dass es hier gar nichts zu essen gibt, man war nur zu bequem gewesen, das Schild, das während der Saison Gültigkeit gehabt haben mochte, zu entfernen. Die Einheimischen wissen Bescheid, und Fremde kommen um diese Jahreszeit eh nicht hier her. Wir trinken also einen Pastis, und machen uns leicht mürrisch mit dem Gedanken vertraut, dass es heute zum Abendessen wohl leider nur Kebab geben wird. Der Pastis hat uns etwas Mut gemacht, und so gehen wir durch den strömenden Regen zurück zur Dönerbude, die aus einem winzigen Raum mit zwei Tischen und einer Schmuddeltheke besteht und mit den fettigen, gekachelten Wänden und der grellen Neonbeleuchtung an eine Mischung aus öffentlicher Bedürfnisanstalt und Leichenschauhaus erinnert. Bei dem Asiaten hinter der Theke bestellen wir Kebab mit Fritten für 4 Euro 80. Das Essen entspricht ganz dem äußeren Eindruck, den die Lokalität auf uns macht. Ich würge ein paar Bissen einer grauen, undefinierbaren Masse runter, dann bin ich satt und hoffe, dass ich nicht kotzen muß. Auf dem Weg zum Hotel sehen wir dann auf dem großen Platz direkt gegenüber dem Hotel die Leuchtschrift einer Pizzeria. Zu spät. Wir haben keinen Appetit mehr. Im Bistro des Hotels trinken wir noch etwas, um abzuturnen. Bis auf einen jungen Mann, der auf einem Barhocker an der Theke sitzt, sind wir die einzigen Gäste. Während die Wirtin ganz normal mit ihm redet, hören wir von dem Mann nur gutturale Laute. Irgendwann wendet sich die Wirtin zu uns um und gibt mit ihren breiten, abgearbeiteten Händen zu verstehen, dass der junge Mann taubstumm ist, was wir uns schon gedacht hatten. Für zwei Biere, zwei Rouge, je zwei Calva(dos) zahlen wir 16 Euro. Um 10 Uhr sind wir im Bett. |
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| © Klaus Bölling, Frankfurt 2006 | ||||||||||||||||||||||||
| Unsere Linkempfehlung: Reisespinne | ||||||||||||||||||||||||
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